Der Aufstieg hybrider Erneuerbare-Energien-Projekte in Zentralasien
Solar, Wind, Speicher und bestehende Wasserkraft werden zunehmend als ein Paket ausgeschrieben statt als vier. Die Gründe sind ebenso netztechnisch wie kommerziell.
Warum hybrid und warum dort
Die zentralasiatischen Netze verbinden ein starkes Solarangebot, nutzbare Windkorridore und einen großen Bestand an Wasserkraft, der für ein anderes Lastprofil gebaut wurde. Jede dieser Quellen hat für sich genommen einen unbequemen saisonalen Verlauf.
Zusammen passen sie recht gut. Die Solarerzeugung erreicht ihr Maximum im Sommer, genau dann, wenn die Speicherstände unter Druck stehen, während die Wasserkraft den saisonalen Ausgleich liefert, den ein rein volatiles Portfolio nicht leisten kann. Diese Komplementarität hat die Ausschreibungen stärker in Richtung Hybridpakete verschoben als die Kosten je Megawatt.
Speicher hat verändert, was ausgeschrieben wird
Sinkende Batteriekosten haben verbindliche Kapazitätszusagen für Entwickler realistisch gemacht, die zuvor nur Erzeugung anbieten konnten, wenn die Ressource es zuließ. Ausschreibungen fragen zunehmend nach einem Einsatzprofil statt nach einer Nennleistung.
Diese Verschiebung verlagert Risiko zum Entwickler und belohnt belastbare Langzeitdaten zur Ressource. Ein Angebot auf Basis einer zwölfmonatigen Messkampagne und ein Angebot auf Basis von Optimismus sehen auf dem Papier gleich aus und laufen im zweiten Jahr deutlich auseinander.
Der Netzanschluss ist der eigentliche Engpass
Selten bestimmt die Lieferung von Modulen oder Turbinen den Terminplan. Umspannwerkskapazität, Netzverstärkung und die dahinterliegenden Anschlussstudien dauern regelmäßig länger als der Erzeugungsteil selbst.
Projekte, die die Anschlussarbeiten als Nebenstrang statt als Teil des kritischen Wegs behandeln, stellen am Ende häufig eine Anlage fertig, die dann auf die Zuschaltung wartet.
Worauf Kreditgeber achten
Ein bankfähiger Abnahmevertrag ist die Eintrittskarte, aber selten der Punkt, an dem die Finanzierung stockt. Häufiger scheitern Vorhaben an der Annahme zur Abregelung, an der Währungsstruktur zwischen Erlösen in Landeswährung und Fremdwährungsschulden sowie an der Referenzliste des Bauunternehmens in genau diesem Land.
Sponsoren, die mit einem belastbaren Abregelungsszenario und einem Unternehmen antreten, das in der Region tatsächlich Projekte abgeschlossen hat, verkürzen die Due Diligence erheblich.
Dieser Beitrag ist ein allgemeiner Branchenkommentar und dient ausschließlich zu Informationszwecken. Er beschreibt keine von Silex EPC angebotenen Leistungen und stellt keine fachliche Beratung für ein konkretes Projekt dar.
Zurück zu allen Beiträgen